Armer Hund

Ja, da hab ich doch wieder ein feines Schmeckerchen in den Nachrichten gefunden. Ein Dorf in der Schweiz möchte Hunde einschläfern lassen, wenn die die Besitzer die Steuer nicht begleichen. Das bestätigt eigentlich nur meinen Eindruck, dass in vielerlei Regionen und vor allem auf den Dörfern nach wie vor mit Tieren umgegangen wird, als wären sie nur Dinge. Dinge, die man jemandem zur Strafe wegnehmen kann, wenn etwas nicht so läuft, wie es einem passt. Dinge, deren Recht auf Existenz nur von der Großmut des Besitzers abhängen. Was ist das für ein Mensch, der sowas über’s Herz bringt?

Das Dorf Reconvilier bezieht sich dabei auf ein Gesetz von 1904. In manchen Gebieten geht der Fotschritt scheinbar rückwärts.

Quelle



Die Tore der Welt

Heute möchte ich euch mal ein schönes Brettspiel vorstellen. Solche Spiele gefallen mir häufig nicht, weil sie viel zu sehr darauf ausgerichtet sind, einen anderen Mitspieler ‘auszuknocken’. Mir wird immer gesagt, es sei nunmal Sinn solcher Spiele zu gewinnen, aber das sehe ich etwas anders. Ich finde, es geht darum miteinander Spaß zu haben und wenn die Mitspieler vor Häme und Missgunst triefen, kann ich mich kaum daran erfreuen. Ich bin da vielleicht auch ein wenig empfindlich, mag sein.

Jedenfalls hat Herr M. aber nun ein Spiel gefunden, dass anders ist. Bei “Die Tore der Welt” geht es wirklich nur darum, taktisch zu spielen und seine Züge sinnvoll zu planen. Das Spiel ist angelehnt an den gleichnamigen Roman von Ken Follett und spielt in England im 14. Jahrhundert. Angelegt ist es für 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren.

Das Spiel ist sehr spannend und unterhaltsam. So lebt man eben im Mittelalter und muss am Ende jeder Runde seine Abgaben für den König zusammenbekommen, was gar nicht so einfach ist. Nebenbei sollte man aber auch Gebäude bauen, Siegpunkte einstreichen und Pestkranke heilen. Die Geschichten auf den Kapitelkarten, die einen durchs Spiel führen, sind interressant und passen gut in die teils mystische, teils dunkle und korrupte Welt des Mittelalters.

Ich spare es mir mal an dieser Stelle auf alle Raffinessen des Spiels einzugehen, zumal es sich auch schlecht erklären lässt, wie gut die verschiedenen Komponenten des Spiels zusammenwirken und aufeinander aufbauen. Für mich ist es das schönste Strategiespiel, was ich bisher gespielt habe und zu Recht ist es zum “Spiel des Jahres Plus 2010″ gekührt worden.



Im Katzenreich

Nanu, wo ist denn der kleine Salem? Na, wo ist er denn?

Ach daaa ist er. Fast hätte ich ihn nicht entdeckt. Welch gutes Versteck, es fällt kaum auf, dass sein Pops hinten raushängt. Mit großen Kulleraugen harrt er dessen, was noch kommen möge.

Leider hat er die Kastration nicht so gut überstanden wie Noah, denn er übergibt sich ständig. Gestern wurde es mal besser, aber heute hat er wieder alles rausgewürgt, was er gegessen hat. Zwar ist es normal, dass die Narkose Übelkeit zur Nachwirkung hat, aber eigentlich sollte das am zweiten Tag weg sein.  Ansonsten ist er aber quasi quietschfidel und rammelt durch die Wohnung. Eben haben Noah und Salem pflichtbewusst beim Betten beziehen geholfen, indem sie wie im Wahn in der Wäsche rumgesprungen sind. Das hat mir sehr geholfen ;)

Überdies wird aber wie immer viel geschlafen:



Lebernane

Der leckere Brotaufstrich, wenn mal wieder nur langweilige Dinge im Kühlschrank zu finden sind. Einfach Leberwurst aufs Brot und Bananenscheiben drüber legen. Schmeckt wirklich toll, glaubt es mir. Wer keine Leberwurst mag, kann auch Käse nehmen, aber das ist ja nichts Neues.

Habt ihr auch solche Vorlieben? Mein Gaumen langweilt sich in letzter Zeit sehr und möchte mit erlesenen Kombinationen stimuliert werden. Ich frag ich, wie sich das verhält, wenn ich irgendwann schwanger bin. Dann gibt es wahrscheinlich gar nichts mehr, was mich reizen kann. Obwohl, schlimmer geht immer. Man muss nur mal die Essgewohnheiten anderer Länder beäugen. Das ist nicht böse gemeint, andersrum fassen sich Menschen in anderen Teilen der Welt bestimmt auch an den Kopf, wenn eine Reportage über deutsches Essen kommt. Das ist ja auch gut so, schließlich kommt so eine wunderbare Fülle an Geschmäckern zusammen.

Ach ja, da fällt mir ein: Insekten essen gegen Welthunger, da bin ich dabei. Immer her damit, ich mag’s knusprig. Kennt jemand noch die Lollies, wo ein Insekt drin ist? Ist schon eine ganze Weile her, dass es die mal gab. Also das hat gar nicht schlecht geschmeckt, ein wenig nach Nuss. Und gesund ist es auch, Käfer haben viel Eiweiß. Aber tot sollten sie schon sein, sonst geht das nicht. Ich beiße ja auch nicht in eine Kuh, wenn sie an mir vorbeiläuft. Mal abgesehen davon, dass der Käfer wahrscheinlich schneller weg wäre, als ich die Gabel überhaupt in der Hand habe und dann hausen in meiner Wohnung Unmengen an Insektenfamilien. Da hätten meine zwei Kater aber ihre Freude dran….



Übersetzung für Dumme

Wir haben im Englischunterricht ein neues Thema: Übersetzund vom Englischen ins Deutsche. Als ich das hörte, habe ich mich ein wenig gefreut, denn ich übersetze in meiner Freizeit auch ab und zu und finde das sehr spannend. Es ist nicht übertrieben einfach, denn es gibt nicht für jeden Ausspruch eine passende Übersetzung, manche Satzstrukturen muss man völlig umwerfen, zum Beispiel bei Partizipialkonstruktionen und so weiter und so fort. Spätestens seit Guido weiß jeder, dass man es sich nicht zu leicht machen sollte, wenn man nicht ausgelacht werden will.

Es gibt aber auch die andere Seite und die habe ich just kennengelernt. Kaum ein Satz habe ich vorgetragen an dem es nicht irgendwas zu bemängeln gab. Obwohl ich selbst wohl meine schärfste Kritikerin bin, hat mich das ziemlich aus der Bahn geworfen. Es ist nämlich so, dass man zu nah an den Wörtern kleben und sich zu weit vom Text entfernen kann. Dafür gibt es jedoch keine Richtlinien, kein Nonplusultra. Man kann sich streiten, aber es liegt nunmal im Auge des Betrachters. Nix Neues erstmal.

Man kann das aber auch an die spitze führen. Zum Beispiel war im Originaltext eine Metapher und zwar der Anker, der geworfen wird. Idiome kann man normalerweise nicht einfach so übertragen, aber ich finde, bei Metaphern ist man sogar in der Pflicht, sofern keine guten Gründe dagegen sprechen. Argumentiert wurde, dass der Leser doch gar nicht versteht, was mit dem Anker gemeint sei. Also ganz ehrlich, man sollte den Leser auch nicht für dumm erklären, schließlich ging es im vorigen Satz darum, dass der Mensch zur Ruhe kommt, sein Leben eben vor Anker geht im bildlichen Sinne. Muss ich dem Autor wirklich seine Stilfiguren klauen? Und muss man den Text des Autors wirklich so ins Deutsche übertragen, dass jeder dreijährige ihn verstehen könnte? Offensichtlich, denn an anderer Stelle spricht der Autor von “genetic composition”. Ja, sicher hätte er auch einfach den Ausdruck Gene benutzen können. Hat er aber nicht und ich sehe nicht ein, warum ich den Ausdruck im Deutschen vereinfachen soll, nur damit es besser klingt. Der Autor hat damit sicherlich was bezwecken wollen, aber lieber vereinfachen, damit der dumme Leser das dann auch versteht.

Und dann ärgert mich noch was: Ich habe einen in der Klasse, ich nenne ihn mal Musterschüler. Unter den Lehrern ist er sehr angesehen, nicht zu Unrecht, denn er ist sehr clever. Nun übersetzt er aber von der Wortwahl her, als würde er eine fachliche Abhandlung halten und schweift auch hie und da recht weit vom Text ab. Aber jeder Satz den er übersetzt, wird vom Lehrer als super abgestempelt, obwohl der Originaltext in Umgangssprache geschrieben ist und den Stil sollte man doch auch versuchen zu übernehmen. Zugegeben, seine Worte klingen sehr angenehm, aber soll man etwas autorengerecht übersetzen, oder seinen eigenen literarischen Leckerbissen verzapfen?

Berufstätige Übersetzer sitzen bisweilen an einer einzigen Wortgruppe mehrere Stunden. Man kann nicht erwarten, dass eine Übersetzung im Unterricht in wenigen Minuten perfekt sein soll. So wie sie bewertet wird, geht man aber offenbar doch von diesem Ziel aus. Schade, denn eigentlich hatte mir das mal Spaß gemacht…



Simon’s Cat

Quelle: Simon

Es gibt auch ein neues Video mit einem Weihnachtsbaum, schaut mal rein. :)

Das ist übrigens mein hundertster Beitrag. Jetzt hab ich auch wieder etwas mehr Zeit, was mir auf der einen Seite irgendwie Unbehagen bereitet, aber auf der anderen Seite auch gut istt, denn so kann ich endlich mal ein paar Sachen in Angriff nehmen, die ich schon lange vor mir herschiebe.

Morgen ist die Übergabe unserer Büroräume, danach sind wirklich alle Türen hinter mir verschlossen, im wahrsten Sinne. Es wird Zeit, neue Türen aufzustoßen, denn ich sitze ungern still. Ein Nebenjob muss her, am Besten ab Februar, denn dann bekomme ich (hoffentlich) BaföG. Diesen Monat nutze ich für mich, das muss auch mal sein. Aber die Bewerbungen gebe ich jetzt schon ab. Übrigens finde ich das seltsam, dass man beim BaföG erst den Bescheid bekommt, wenn das Geld unterwegs ist (oder eben nicht, wenn man keins bekommt). Ich würde das schon gern eher wissen, ob ich damit rechnen kann und wie viel das beträgt.

Am Mittwoch geht es mal wieder zum Tierarzt. Unsere beiden Goldkater werden kastriert. Es wird höchste Zeit, denn sie besteigen sich gegenseitig und heulen die ganze Nacht den Mond an. Die Ärmsten, so ein ungestillter Trieb ist schon was hässliches.



Jahresrückblick – ich ekel mich

Ich sitze am Computer und denke nichts Schlimmes. Herr M. schaut Fernsehen während er sein Mittagsfrühstück zu sich nimmt. Es läuft ein Jahresrückblick. Nichts Spannendes. Schließlich war ich ja anwesend im vorigen Jahr.

Bis plötzlich etwas so ekliges auf dem Bildschirm erscheint, dass ich kaum glauben kann, das sowas im Mittagsfernsehen gezeigt wird. Ein Mann, aus den Augen blutend, selbige als kleine pinke Würste runterhängend.

Da ich ja voriges Jahr von morgens bis spät abends unterwegs war, habe ich selten Nachrichten geguckt. An mir ging das Bild von dem alten Mann mit den zermatschen Augen folglich vorbei. Umso mehr schockierte es mich, als ich es nun Sonntag Mittag mir nichts dir nichts um die Ohren geschmissen bekomme. Das Schockierende ist für mich aber eben auch, dass das überhaupt mitten am Tage gezeigt wird. Wenn ich das als Kind gesehen hätte, wären meine Eltern an dem Tag nicht mehr froh geworden.

Der Mann tut mir auch leid, sein Schicksal möchte niemand teilen, denn er sieht nur noch auf einem Auge schemenhaft. Wenn ich richtig verstanden habe, dann ist er aber auch absichtlich mit dem Gesicht in den Wasserstrahl, oder hat sich jedenfalls nicht geduckt. Nicht dass ich sagen will, dass er selbst Schuld ist. Eigentlich will ich gar nichts dazu sagen. Bis das Bild aus meinem Kopf ist, wird viel Zeit vergehen.

Ich bin froh, dass Herr M. mit dem Essen fertig ist und den Fernseher ausgeschalten hat. Ich kann das alles nicht mehr sehen, verendete Vögel bei der Ölpest, Tote hier und da, Politiker und laue Debatten, Betrug und Schmierereien. Manchmal ekel ich mich davor Mensch zu sein.



Der weiße Fächer

Juhu, ich war eben auf der Seite von einem ehemaligen Mitschüler an der Theaterfachschule und was sehe ich? – Fotos von der Aufführung von “Der weiße Fächer” von hugo von Hofmannsthal. Vor einer Weile habe ich ja schon was über das Stück geschrieben gehabt, aber die passenden Bilder wollten einfach nicht auftauchen.

Ich freue mich, dass ich euch nun wenigstens zwei Probenaufnahmen zeigen kann.

Unter dem Tuch waren noch zwei Särge, natürlich aus Pappe. Sie standen für die verstorbenen Ehepartner von Fortunio und Miranda. In einer Szene musste ich über dem Sarg von ‘meinem’ toten Mann einen Monolog halten und mich darauf wie zum Gebet stützen, doch da er nur aus Pappe war, sollte ich das nur andeuten. Natürlich hatte ich das die ersten Male in der Probe vergessen und hing dann im Pappsarg :lol:

Überhaupt sind mir immer viele lustige Dinge passiert. Es gibt Leute die lernen ihren Text Wort für Wort wie ein Vokabelheft, aber ich hab den Text immer über den Sinn gelernt, das macht es authentischer. Manchmal Ganz selten habe ich dadurch aber die genauen Worte vergessen und mich halt im Improvisieren geübt. Unvorteilhaft ist es dann aber, wenn ein anderer Schauspieler auf sein Stichwort wartet. Aber irgendwie hat es immer geklappt und ich bin mir sogar sicher, dass diese Aufführungen mehr Spannung hatten, als andere, wo alles perfekt lief. Im realen Leben wartet man auch nicht auf Stichworte, stimmts? :)

Mit am Lustigsten war immer die Verbeugung, wenn das Stück vorbei war. Da befanden sich dann nämlich schon drei Leute unter dem Tuch. Die mussten in der kurzen Zeit des Blacks (Licht wird völlig runtergefahren) in Windeseile den Ausgang aus dem meterlangen Tuch suchen und draußen dann ohne Licht ihre angedachte Position finden.

Das klingt lustig, wenn jemand mit dem Kopf an alle möglichen Requisiten rammelt und dies auch noch durch Schmerzenslaute und Stöhnen kommentiert. Die Schadenfreude sei mir aber gegönnt, ich hab auch einige seltsame Dinge von mir gelassen. Davon lebt Theater, es sind eben alles nur Menschen auf der Bühne.

Zum Schluss noch eines meiner Lieblinszitat von Hugo:

Man muss das Tiefe verstecken.
Wo?
An der Oberfläche!



Eine Tür auf Abwegen

 

 

 

 

Ist sie das? Wieviel bekommt sie denn die Stunde? :lol:

 

 

 

 

 

 

 



Frohes Neues, meine Lieben!

Gestern waren wir beim Griechen essen, weil der Brudi von meinem Freund uns als Weihnachtsgeschenk dorthin einlud. Ich hatte einen tollen Sitzplatz erwischt, denn mir gegenüber posierte dieser nackte Jüngling. Wenn man schon mal beim Griechen ist, dann gehört das eben dazu, denn in der Antike waren die Menschen nun mal etwas freizügiger. Übrigens saßen, kurz bevor ich dieses Bild schoss, noch Menschen am linken Tisch. Ich habe mich gefragt, ob es dem Mann, der direkt neben der Statue saß, wohl absonderlich vorkommt neben einem Gemächt zu speisen, aber mir wurde gesagt, dass Männern sowas nichts ausmacht. Ok.

Wäre ich jetzt in Griechenland, dann gäbe es heute Abend Vassilopita, einen Glückskuchen in dem sich eine Münze versteckt. Wer das richtige Stück bekommt und auf die Münze beißt hat Glück im neuen Jahr, muss aber wahrscheinlich noch am selben Abend zum Zahnarzt.

Ich wünsche euch einen ganz besonders guten Rutsch und ein gesundes und fröhliches neues Jahr!