Sei mir nicht böse, aber…
Gestern führte ich mal wieder so eine Unterhaltung, die mich kurz sprachlos machte. Ich wies darauf hin, dass Plätzchen backen einfach zur Weihnachtszeit dazugehört, dann riecht die Wohnung noch ewig nach Zimt und süßem Teig und außerdem freuen sich alle Menschen, wenn sie etwas Selbstgebackenes bekommen. Plötzlich verstummt mein Gesprächspartner.
Ich: Hallo?
Er: Sei mir nicht böse, aber…
Ich: *schluck*
Er: … zum tausendsten mal (!), warum soll ich das für mich alleine machen?
Ja, äh, ja, hm, *hüstel*. Sicherlich hätte auch was weitaus Schlimmeres kommen können. Ein “Sei mir nicht böse, aber…” lässt jedenfalls das Schlimmste erwarten. Immerhin weist man betont freundlich darauf hin, dass das folgende Statement durchaus verletzend sein kann und das macht das ganze auch schon wieder absurd, denn man zwingt sein Gegenüber von vornerein nichts übel zu nehmen.
So geschah es auch: Nachdem ich die Sprache verloren hatte, weil ich tatsächlich irgendwie gekränkt war, sagte er:
“Ich sagte doch, du sollst mir das nicht übel nehmen.”
Witzig. Hätte ich wahrscheinlich auch nicht, wenn er mir das nicht als Gemeinheit angekündigt hätte. Und im Übrigen funktioniert Kommunikation so nicht. Ich kann nicht von vornherein etwas suggerieren, was der andere im gleichen Atemzug aber nicht so aufnehmen darf. Wenn das funktionieren würde, dann müsste man ja überhaupt kein Blatt mehr vor den Mund nehmen (ich weiß, das tun einige sowieso nicht, aber das ist ein anderes Thema).
A: Sei mir nicht böse, aber ich hab vorhin in deinen Kaffee gespuckt, weil ich dich nicht leiden kann.
B: Oh, aha. Na gut, dann hol ich mir mal einen Neuen. Soll ich dir einen mitbringen?
Zugegeben, das würde einiges erleichtern. Aber zum Glück kann man niemandem anweisen, wie er sich zu fühlen hat und im Übrigen, jetzt sei mir aber bitte nicht böse, gehört Plätzchen backen eben einfach dazu!

minibar
says:
Oh ja, diese Formulierung ist höllisch.
Als ob man seinen Gefühlen sagen kann: nicht böse sein, er meints ja nicht soooo….
Bleiben wir lieber bei den Plätzchen, die schmecken wenigstens gut, ABER – sie gehen auf die Hüften *lach*
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Gudrun
says:
Liebe Nissa, “ich will ja nichts gesagt haben, aber” du hast schon Recht: Plätzchen backen gehört einfach dazu. Und weil das so ist, habe ich gestern gebacken wie ein Weltmeister. Ganz einfache, aber tolle Sachen. Sogar Pfefferkuchen habe ich selber gemacht, ohne Back- und Gewürzmischung. Und wenn ich Enkel haben werde, backe ich mit ihnen ein Pfefferkuchenhaus, mit Zuckerfenstern, Gartenzaun und natürlich einer Hexe aus Marzipan. Jaja, das habe ich mir fest vorgenommen.
Liebe Grüße und “nichts für Ungut”.
Ach ja, Menschenskinder, beinahe hätte ich es vergessen: Einen schönen vierten Advent.
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(“Nimm es mir nicht übel, du weißt doch, wie ich bin”)
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paradalis
says:
Liebe Nissa.
Ich wünsche dir und deinen Lieben ein wunderschönes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und alles Liebe!
Herzliche Grüße
Heike
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