Ein Résumée
Heute rauche ich den zehnten Tag nicht und ich nehme das mal zum Anlass darüber zu sinnieren.
Es ist nicht das erste mal, dass ich aufhöre und zehn Tage sind noch nicht viel. Das weiß ich und es ist gut, dass ich das weiß, denn dann werde ich nicht übermütig. Es ist auch nach wie vor nicht einfach, auch wenn der körperlich Entzug schon lange vorbei ist. Die Psyche macht es einem da schon verdammt schwer, denn man findet von der Sache her immer einen guten und wichtigen Grund zu rauchen.
Kurzer Blick in die Denkstube:
Es ist nachgewiesen, dass das Nikotin die Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin anregt. Das ist auch der Grund, warum sich so viele Menschen (ich auch) mit einer Zigarette regelrecht glücklich machen, denn das Dopamin regt das Belohnungssystem im Gehirn an (und zwar anhaltend). Hört man auf zu rauchen (oder andere Drogen zu nehmen) fehlt der Glückskick, das Gehirn wird nicht mehr durch Fremdeinwirkung stimuliert.
Bei mir persönlich macht sich das vor allem bemerkbar, wenn ich großen Stress habe. Ich neige dazu mir keine Ruhe zu gönnen, aber die 10 Minuten des draußen Rauchens haben oft gereicht, dass ich mich wieder beruhige. Ich könnte nun natürlich ohne Zigaretten vor die Tür gehen, aber das mache ich nicht zumal es draußen kalt ist. Sport löst bei mir auch Glücksgefühle aus, aber dafür reicht die Zeit nicht.
Das sind also die Momente in denen es mir schwer fällt. Es gibt aber auch unzählige Situationen in denen mir aufgeht, wie schön das Nichtrauchen ist. Zum Beispiel war es mir früher immer sehr unangenehm, dass ich nach Rauch roch. Ich weiß, dass das ein sehr ekliger Geruch sein kann und deshalb habe ich immer nach dem Rauchen ein Bonbon oder Kaugummi verzehrt. Die Sachen riechen aber trotzdem und so habe ich immer versucht meinen Mitmenschen nicht allzunah zu kommen. Seit zehn Tagen kann ich wieder mit meinem Nachbarn flüstern ohne dass ich mich unwohl fühle. Das ist großartig!
Es gibt noch viele andere Dinge, die sich zum Guten wenden und die behalte ich mir als Kleinod für schwierige Momente. Soll die Sucht doch jemand anders verführen!
Nebenbei gesagt: In einem Monat ist Weihnachten, juhuuuuu!

Gudrun
says:
Andy Parrott, Psychologe an der University of East, London sagt: Wer raucht, um Stress abzubauen, fügt sich selbst nur weiteren Stress zu.
Und das kann ich als ehemaliger Kettenraucher auch erfahrungsgemäß bestätigen. Das ursprüngliche “Glücksgefühl” haben wir uns einfach gemerkt. Dem jagen wir hinterher. Aber ich muss sagen, dass es nicht mehr so war, egal, wie oft ich zur Kippe gegriffen habe. Wenn ich aber nicht zur Kippe griff… Tja, so ist das mit Süchten.
Das Verlangen nach der Zigarette läßt aber nach, je länger man Nichtraucher ist. Irgendwann ist es weg.
Und wenn ich jetzt mal zurückschaue: Die ganze Quälerei hat sich schon gelohnt. Mir geht es wieder richtig gut (und meiner linken Herzvorkammer auch)
Liebste Grüße und noch viele Haken an ganz viele Nichtrauchertage im Kalender.
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Nissa
Antwort vom November 24th, 2010 20:26:
Hallo Gudrun,
ja, natürlich helfen Zigaretten nicht wirklich gegen Stress, aber sie sind ein guter Grund mal vor die Tür zu gehen und kurz abzuschalten. Was nicht heißt, dass Rauchen gut ist. Zwar wird Dopamin ausgeschüttet, aber die Rezeptoren, die Dopamin binden, verringern sich mit der Zeit durchs Schmökern.
Schön, dass es dir mittlerweile wieder gut geht. Vielleicht schaffe ich es ja auch mal längerfristig. Hut ab jedenfalls, dass du schon so lange weg bist von der Droge.
Ganz liebe Grüße ins Spinnstübchen!
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Gudrun
Antwort vom November 25th, 2010 08:31:
Stimmt genau, es ist ein verteufelter Kreislauf.
Ich wünsch dir sehr, dass du stark bleibst. Ich habe sogar nachts vom Rauchen geträumt. Aber so nicht, liebes Hirn! Es hörte aber irgendwann auf. Ich hatte gewonnen.
Liebe Grüße von der Gudrun
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Gudrun
Antwort vom November 25th, 2010 10:39:
…und noch ein kleiner Nachtrag: Wenn ich auch nur eine Zigarette wieder anrühre, bin ich in zwei Tagen wieder bei einer Schachtel. Ich weiß das, es macht mir aber keine Angst mehr.
Liebste Grüße, die Gudrun
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Nissa
Antwort vom November 25th, 2010 11:15:
Ja, auf jeden Fall. Ganz oder gar nicht. Manche können ja nach einer Weile ab und zu Samstag Abend eine rauchen und sonst nicht, aber bei mir geht das auch nicht. Ich freue mich auch über das Geld, dass ich spare. Jetzt vor Weihnachten kann ich das gut gebrauchen.
Ganz liebe Grüße,
Nissa
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Marianne
says:
Ich sitze im Kellerraum am PC und immer nur eine Stunde, dann gehe ich nach oben und rauche eine Zigarette.
Ich kann auch stundenlang ohne Zigarette. Wenn die Enkelchen hier sind, dann gehe ich auch immer auf die Terrasse, das ist aber mächtig kalt, also nur schnell ein paar Züge…ich sollte mal darüber nachdenken. In der Schwangerschaft habe ich nicht geraucht und nach meinem Sohn habe ich keine Zigarette mehr angerührt. Nach der Arbeit, bevor mein Zug fuhr, bin ich noch mit Arbeitskolleginnen Kaffee trinken gewesen, nur mal an der Zigarette einfach so gezogen …zack, hatte ich mir sofort am Bahnhof Zigaretten gekauft und seitdem rauche ich wieder.
Halte durch, ich finde das toll, für mich ist das jetzt sehr überlegenswert…ich würde es nur niemandem erzählen…ich bin so !!
GLG Marianne
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Nissa
Antwort vom November 24th, 2010 20:34:
Hallo Marianne,
mir geht es da ganz genauso wie dir. Ich habe eineinhalb Jahre aufgehört zu rauchen und dann mal eine aus Jux und bäm war ich wieder voll dabei. Daraus habe ich gelernt, dass man niemals fertig ist mit der Sucht und dass man immerzu dagegen ankämpfen sollte, auch wenn man denkt, man ist schon über den Berg.
Wenn du es einmal so lange geschafft hast, dann schaffst du es auch wieder. Es ist so ein befreiendes Gefühl, wenn man das Schlimmste überstanden hat. Setz dich damit nur nicht unter Druck, dann wird es noch schwerer. Mir hilft es, wenn ich viel Tee trinke, das ist momentan mein Ersatz und meine Belohnung. Vielleicht hast du ja auch sowas, was dir helfen könnte.
Ich erzähl es auch nur den engsten Freunden und der Familie…und euch meinen Bloggerfreunden, denn ihr merkt es sowieso nicht, wenn ich’s nicht schaffe, hehe.
Liebe Grüße und einen starken Willen wünscht,
Nissa
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minibar
says:
Ich wünsche dir, dass du stark bleiben kannst und dich an die Positiva erinnerst, sollte es mal wieder eng werden.
Ich selbst habe nie geraucht, also kenn ich nur die “Gegenseite”, die den Geruch tatsächlich unangenehm empfindet.
Ja, dass in einem Monat schon Heilig Abend ist, ist mir auch aufgefallen….
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Nissa
Antwort vom November 25th, 2010 11:18:
Vielen Dank für die Wünsche. Umso länger man durchhält, desto ärgerlicher ist es dann, wenn man es nicht schafft, daher geb ich mir alle Mühe. Der Gestank ist schon echt eklig, vor allem wenn er so abgestanden ist. So will ich nicht mehr riechen!
Ich freu mich und hab auch schon tolle Fotos zum Bloggen.
Am Wochenende ist auch schon erster Advent
Liebe Grüße an dich,
Nissa
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Gudrun
Antwort vom November 26th, 2010 07:44:
Auf die Fotos freu ich mich schon sehr.
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